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DIHK-Außenwirtschaftsreport 2019

Die zunehmenden Handelskonflikte in der Welt verursachen einen beispiellosen finanziellen und bürokratischen Aufwand, der das globale Geschäft für deutsche Unternehmen immer schwieriger macht

Die Herausforderungen beginnen vor der Haustür - Die IHK Magdeburg hat den diesjährigen DIHK-Außenwirtschaftsreport für Sie zusammengefasst:

Die zunehmenden Handelskonflikte in der Welt verursachen einen beispiellosen finanziellen und bürokratischen Aufwand, der das globale Geschäft für deutsche Unternehmen immer schwieriger macht. Die Herausforderungen beginnen schon vor der Haustür: Erstmals seit Gründung der Europäischen Union (EU) will mit dem Vereinigten Königreich (VK) ein EU-Mitglied den Europäischen Binnenmarkt verlassen – möglicherweise sogar ohne einen geordneten Übergang. Damit könnte über Nacht ein zollrechtliches Verhältnis zum Vereinigten Königreich entstehen wie zu Kambodscha oder der Mongolei.

In der Beratungs- und Leistungspraxis der Industrie- und Handelskammern (IHKs) schlägt neben dem Brexit auch der Handelskonflikt zwischen den USA und China immer stärker durch. Die Nachfrage nach wirksamen Hilfsmitteln gegen immer höhere Zollhürden steigt. So ist die Zahl der von den IHKs ausgestellten Ursprungszeugnisse - die wie eine Art „Anti-Zoll-Pille“ wirken und vor potenziellen Strafzöllen schützen können - im vergangenen Jahr auf 1,43 Millionen gestiegen: ein Rekordhoch. Mit den Ursprungszeugnissen können Unternehmen den Zollbehörden im In- und Ausland glaubhaft dokumentieren, wo z. B. die wesentliche Wertschöpfung ihrer Produkte erfolgt ist.

Im Handel mit der Türkei hat sich die Zahl der elektronischen Ursprungszeugnisse binnen Jahresfrist fast verdoppelt – eine klare Folge der verschärften Zollvorschriften für die Wareneinfuhr am Bosporus. Die meisten Anfragen im ersten Halbjahr 2019 an die Außenwirtschaftsberater der IHKs bezogen sich auf Probleme hiesiger Unternehmen mit Geschäftsbeziehungen in die Türkei.

Das neue Handelsabkommen zwischen der EU und Japan sorgte ebenfalls für viele Nachfragen der Unternehmen. Zölle im Umfang von ca. 1 Mrd. Euro sollen wegfallen. Doch um in den Genuss der Zollvorteile zu kommen, müssen teils komplexe Anforderungen erfüllt werden, etwa bei Ursprungsregeln und Ursprungsnachweisen. Der Beratungsaufwand zum EU-Japan-Abkommen wurde von einer deutlichen Mehrheit der IHKs höher eingeschätzt als der des zuletzt abgeschlossenen EU-Abkommens mit Kanada (CETA). Damit steht der Erfolg des Abkommens auf dem Prüfstand.

Und wie steht es nach Einschätzung der IHKs um die wirtschaftliche Attraktivität unseres Nachbarkontinents Afrika? Knapp zwei Drittel der IHKs meldeten, dass der Beratungsaufwand zum Afrikageschäft in den letzten fünf Jahren unverändert niedrig geblieben ist. Mit Blick auf die Zukunft erwarten gleichwohl 63 Prozent der IHKs, dass die unternehmerische Nachfrage zu Afrika in den kommenden fünf Jahren steigen wird.

Gerade in einem so schwierigen Marktumfeld wie derzeit sind die IHKs erster Ansprechpartner für auslandsaktive Unternehmen. 2018 registrierten sie mehr als 533.000 Beratungen. Hinzu kommen 1,43 Millionen ausgestellte Ursprungszeugnisse (UZs). Die Vielzahl dieser Unternehmenskontakte liefert der IHK-Organisation eine enorme Expertise über die Probleme der deutschen Unternehmen im Auslandsgeschäft. Der DIHK greift die Anliegen aus der Wirtschaft auf und setzt sich mit konkreten Vorschlägen für die Unternehmen ein: Dazu gehört 2019 insbesondere die Stärkung der Welthandelsorganisation (WTO) und die Modernisierung und bessere Nutzung von EU-Handelsabkommen, z. B. mittels eines Online-Ursprungsrechners.

Den vollständigen Außenwirtschaftsreport finden Sie auf der Internetseite des DIHK e.V..

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